Der Tapisseriekünstler Fritzl
Von einem nach Mexiko geflüchteten "künstlerischen Fritzl" ist in Thomas Bernhards Erregung Holzfällen aus dem Jahr 1984 zu lesen. Des Fritzls bürgerlicher Name ist Fritz Riedl; und Fritz Riedl hat sich vor einigen Jahren in der Presse anlässlich einer Ausstellung seines Lebenswerkes auch über Thomas Bernhard geäußert.
Und Thomas Bernhard?
Riedl: Der war dann auch bei uns. Er ist an jedem Abend dagesessen und hat kaum ein Wort gesprochen, er ist von Gruppe zu Gruppe gegangen und hat zugehört. Auch wenn wir erschöpft den letzten rausgeschmissen haben, war das der Thomas Bernhard. Dann hat er begonnen zu reden und alle Leute ausgerichtet, die da waren. Wir haben uns gekrümmt vor Lachen, und das geschah monatelang. Dann ist er verschwunden, wieder gekommen. Besonders mit der Thul hat er sich gut vertragen, die hat ja jeden animiert zum Reden. Es ist ja ein Zufall, dass ich heute viel rede, ich rede ja normalerweise nicht. Dort war es auch so. Ich habe nichts geredet, ich hab gewebt, und später ist er dann allein gekommen. Wir hatten ein zweites Atelier, dann haben sich die zwei in dieses Atelier zurückgezogen und ich habe gesagt: "Es tut mir Leid, ihr redet bis zwei in der Nacht, und ich muss um sieben aufstehen, denn um halb acht sitze ich am Webstuhl. So hat sich dann eine gewisse Trennung vollzogen.
Getrennte Wohnungen?
Riedl: Die Thul war mit dem Bernhard da oben in der Simmeringer Hauptstraße 64, ich war am Sebastianplatz. Da wohnte z. B. zweimal als Gast Markus Prachensky bei mir, der hat mehrere Bilder, die Sebastianplatz heißen, bei mir gemalt. Irgendwie ist mir das dann aber zu bunt geworden. Ich habe ihr Hunderte Mal gesagt: Wenn du das nicht anders machen kannst, werde ich mich absetzen. Sie: "Nein, das wirst du nie können, du kannst mich nie aufgeben." Ich sagte, sie wird sich täuschen. Als ich die Einladung für eine Ausstellung in New York bekam, habe ich eine Freundin von ihr mitgenommen und gesagt: "Auf Wiedersehen. Behalte Deinen Thomas Bernhard."
Da war sie aber schon vorher - sie war Alkoholikerin - auf Kur. Nachher ist sie noch dreimal auf Kur gegangen. Da hat sie der Thomas sitzen gelassen, und sie ist langsam verkommen. Ich habe dann die Scheidung eingereicht, habe ihr eine halbe Million Schilling, das Auto, die Wohnung und das Atelier hinterlassen. Das Auto war in drei Monaten kaputt, das Geld in sechs Monaten aus. Sie hat dann noch verschiedene kleinere Sachen gekriegt vom Fernsehen.
Eine Trennung also im Bösen?
Riedl: Ich bin im wahrsten Sinne des Wortes abgehauen. Ich habe gesagt: Ich halte das nicht mehr aus, entweder gebe ich die Weberei auf und komme zu Dir zurück, oder Du gibst den Thomas auf und kommst zu mir zurück. Damit war die Sache klar. Der Thomas hat mich nicht geliebt, aber er hat mich immer geschätzt und toleriert, und hat sich manchmal auch sehr lobend über mich geäußert. Ich hatte nie etwas gegen ihn. "Holzfällen" war schon eine Gemeinheit gegen Lampersberg, der wirklich sehr viel für ihn gemacht hat, und dass er Jeannie Ebner zerrissen hat, die ihm auch nichts Böses getan hat. Aber so war er eben.
[Quelle]
Und Thomas Bernhard?
Riedl: Der war dann auch bei uns. Er ist an jedem Abend dagesessen und hat kaum ein Wort gesprochen, er ist von Gruppe zu Gruppe gegangen und hat zugehört. Auch wenn wir erschöpft den letzten rausgeschmissen haben, war das der Thomas Bernhard. Dann hat er begonnen zu reden und alle Leute ausgerichtet, die da waren. Wir haben uns gekrümmt vor Lachen, und das geschah monatelang. Dann ist er verschwunden, wieder gekommen. Besonders mit der Thul hat er sich gut vertragen, die hat ja jeden animiert zum Reden. Es ist ja ein Zufall, dass ich heute viel rede, ich rede ja normalerweise nicht. Dort war es auch so. Ich habe nichts geredet, ich hab gewebt, und später ist er dann allein gekommen. Wir hatten ein zweites Atelier, dann haben sich die zwei in dieses Atelier zurückgezogen und ich habe gesagt: "Es tut mir Leid, ihr redet bis zwei in der Nacht, und ich muss um sieben aufstehen, denn um halb acht sitze ich am Webstuhl. So hat sich dann eine gewisse Trennung vollzogen.
Getrennte Wohnungen?
Riedl: Die Thul war mit dem Bernhard da oben in der Simmeringer Hauptstraße 64, ich war am Sebastianplatz. Da wohnte z. B. zweimal als Gast Markus Prachensky bei mir, der hat mehrere Bilder, die Sebastianplatz heißen, bei mir gemalt. Irgendwie ist mir das dann aber zu bunt geworden. Ich habe ihr Hunderte Mal gesagt: Wenn du das nicht anders machen kannst, werde ich mich absetzen. Sie: "Nein, das wirst du nie können, du kannst mich nie aufgeben." Ich sagte, sie wird sich täuschen. Als ich die Einladung für eine Ausstellung in New York bekam, habe ich eine Freundin von ihr mitgenommen und gesagt: "Auf Wiedersehen. Behalte Deinen Thomas Bernhard."
Da war sie aber schon vorher - sie war Alkoholikerin - auf Kur. Nachher ist sie noch dreimal auf Kur gegangen. Da hat sie der Thomas sitzen gelassen, und sie ist langsam verkommen. Ich habe dann die Scheidung eingereicht, habe ihr eine halbe Million Schilling, das Auto, die Wohnung und das Atelier hinterlassen. Das Auto war in drei Monaten kaputt, das Geld in sechs Monaten aus. Sie hat dann noch verschiedene kleinere Sachen gekriegt vom Fernsehen.
Eine Trennung also im Bösen?
Riedl: Ich bin im wahrsten Sinne des Wortes abgehauen. Ich habe gesagt: Ich halte das nicht mehr aus, entweder gebe ich die Weberei auf und komme zu Dir zurück, oder Du gibst den Thomas auf und kommst zu mir zurück. Damit war die Sache klar. Der Thomas hat mich nicht geliebt, aber er hat mich immer geschätzt und toleriert, und hat sich manchmal auch sehr lobend über mich geäußert. Ich hatte nie etwas gegen ihn. "Holzfällen" war schon eine Gemeinheit gegen Lampersberg, der wirklich sehr viel für ihn gemacht hat, und dass er Jeannie Ebner zerrissen hat, die ihm auch nichts Böses getan hat. Aber so war er eben.
[Quelle]








